Um für einige Tage aus der Zivilisation zu
verschwinden, gibt es hierzulande kein besseres Gewässer als die Lahn.
Dieser Fluss bietet alles, was man sich wünschen kann: Abgeschiedenheit und
Ruhe; sauberes Wasser und dunkle Wälder; weite Täler und enge Schluchten;
mittelalterliche Städte mit grandiosen Kirchen, Schlösser und Burgen, kurz
gesagt: die Lahn ist wirklich außergewöhnlich.
Die Lahn
Wanderflüsse sind selten geworden. In den letzten Jahren wurden auch die
letzten Gewässer durchgehend kanalisiert. Die Lahn ist längst kein frei
fließendes Gewässer mehr - allerdings liegt die Kanalisierung inzwischen
über 150 Jahre zurück, und seitdem hat sich wenig geändert. Kurz gesagt: Im
Vergleich zu heutigen Schifffahrtsstraßen wirken die Eingriffe der
preußischen Wasserbaumeister wie unberührte Idylle. Die Ufer sind bewachsen
und Naturbelassen, die Schleusen sind schmal und haben nur geringe Hub
höhen.
Wasserqualität
Mit weitgehender Fertigstellung der Kläranlagen im
Lahnsystem wird eine Wasserqualität der Güteklasse II bescheinigt. Es werden
alljährlich Messungen der Wasserqualität vorgenommen, und der Oberlauf wird
regelmäßig mit gut bis befriedigend beurteilt. Das sieht man auch an den
Seerosenteppichen, die sich nur in sauberem Wasser ansiedeln.

Folglich war die Lahn nie eine stark befahrene
Wasserstraße (ein Schicksal, das auch die neuesten Kanalbauten teilen).
Inzwischen ist der Frachtverkehr komplett zum Erliegen gekommen. Die Lahn
ist selbst im staugeregelten Abschnitt viel zu schmal und viel zu flach, um
effizient Schifffahrt betreiben zu können.
Am Eder kopf im Rothaargebirge entspringend, durchquert
die Lahn in einem großen Sichelbogen Hessen und Rheinland-Pfalz. Vorbei an
den Hängen des Westerwalds und am Taunus vorbei fließt sie in hundert und
aberhundert Schleifen bis zur Mündung in den Rhein bei Lahnstein.
Zu den schönsten und befahren wertesten
Flussabschnitten gehört die Strecke zwischen der alten barocken
Residenzstadt Weilburg und der Kreisstadt Limburg.